Plastikmüll vermeiden: 6 Tipps für den Alltag

Plastikmüll vermeiden

Wir haben ein riesiges Problem mit Plastik. Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll und die Meeresbewohner verenden daran. Alleine 8 Millionen Kaffee To Go Becher landen täglich in Deutschland im Müll. Wenn man diese aneinander legt, entspricht das einer Länge von 7 Erdumrundungen jährlich!

Einen sehr interessanten Artikel von WWF zum Thema Plastikmüll in den Meeren und die Konsequenzen findet ihr hier

Also was kann jeder von uns im Alltag tun, Plastikmüll zu vermeiden und der Vermüllung unseres Planeten entgegenwirken?

Bye bye Plastikmüll: Tipps für den Alltag

1 Nimm dat Jute

Plastikmüll vermeiden mit Jutebeuteln

Dieser Tipp scheint offensichtlich – und doch nehme ich ihn mit auf, denn es passiert unglaublich häufig, dass ich an der Kasse im Supermarkt stehe und vor oder hinter mir jemand eine der Plastik- oder Papiertüten auf das Kassenband legt.

Seinen eigenen Jutebeutel zu benutzen ist so einfach und spart wahnsinnig viel Plastikmüll. Selbst wenn man nicht dauerhaft eine Handtasche mit sich herumträgt, in der man den Beutel verstauen kann, kann man ganz einfach einen ins Auto legen, in die Büroschublade für spontane Einkäufe oder in die Fahrradtasche. Nach einiger Zeit ist es selbstverständlich und man denkt einfach daran, einen Jutebeutel mitzunehmen. Zudem sehen viele Jutebeutel auch einfach viel cooler aus als die Plastiktüten vom Supermarkt.

Hier meine Lieblinge:

Hydrophil – Jutebeutel „Jutebeutel statt Plastik“

Lush – Jutebeutel „Fighting Animal Testing“

Monomeer – Jutebeutel „Obst, Gemüse Bier“

Original Unverpackt – Jutebeutel „There’s no Planet B“

Info: Es wird häufig über die Umweltfreundlichkeit von Jutebeuteln diskutiert, da sie bei der Produktion viele Ressourcen verbraucht. Dadurch muss er im Schnitt 25-32 Mal benutzt werden, bevor er eine gute Ökobilanz hat. Aber sein wir mal ehrlich: Wie oft verwendet man eine Plastiktüte mehrmals? Vielleicht wird sie noch einmal als Müllbeutel verwendet oder noch einmal mit zum Einkauf genommen, aber ich vermute, dass sie – entgegen vieler Behauptungen – häufig nach dem Einkauf im Müll landet. Ich benutze meinen Jutebeutel im Gegensatz im Schnitt mehrmals die Woche. Hinzu kommt die Entsorgung: Die Plastiktüte hält sich mehrere Hundert Jahre und gelangt leider häufig in die Umwelt.

2 Verzichte auf eingepacktes Obst und Gemüse

Plastikmüll vermeiden mit Gemüsenetzen

Bei jedem Einkauf entdecke ich unnötig verpacktes Obst und Gemüse. Warum muss man eine Avocado, die eine Schale hat, in eine der Plastiktüten packen?

Ich versuche größtenteils auf fertig verpacktes Obst und Gemüse zu verzichten und greife stattdessen zu der losen Variante. Rispentomaten können einfach so auf das Kassenband gelegt werden, schließlich wäscht man sie sowieso bevor man sie isst. Genauso ist es mit Möhren, Äpfeln, Paprika und vielen anderen Obst- und Gemüsesorten. In den meisten Supermärkten wird sowieso an der Kasse gewogen. Solltet ihr in einem Supermarkt einkaufen, in dem ihr selbst euer Obst und Gemüse abwiegen müsst und z.B. drei Möhren kauft, legt sie einfach zusammen auf die Waage und klebt das Etikett nur auf eine der Möhren – das hat bei mir bisher immer funktioniert und das Kassenpersonal hat nie gemeckert.

Es gibt durchaus Obst- und Gemüsesorten, da ist dieses Vorgehen nicht so einfach. Kauft ihr zum Beispiel Champignons oder lose Nüsse, ist es natürlich keine Alternative, diese ohne Beutel in den Einkaufswagen zu legen. Dafür gibt aber es wiederverwendbare Gemüsenetze oder –beutel wie diese hier. Einfach zusammen mit eurem Jutebeutel einpacken und ihr müsst keine Plastikbeutel verwenden.

3 Kaufe bewusst ein

Plastikmüll im Supermarkt vermeiden

Man neigt häufig dazu, immer die gleichen, eventuell unnötig in Plastik verpackten Produkte zu kaufen. Es lohnt sich aber, sich ein bisschen mehr Zeit zu nehmen und kurz vor dem Regal stehenzubleiben und zu schauen, welche Alternativen es gibt. Ihr kauft seit Jahren die Milch von Marke XYZ im Tetrapack? Links daneben steht seit neuestem Milch vom lokalen Bauern in einer Mehrweg-Glasflasche. Es gibt seit Jahren den Joghurt in der Plastikverpackung zum Frühstück? Ein Regal weiter oben steht der Joghurt im Glas. Und so geht es weiter. Halte die Augen offen und kaufe bewusst ein, so kannst du sehr viel Plastikmüll sparen!

4 Vermeide Müll im Bad

Festes Shampoo und Duschgel von Lush

Unser Bad ist oft voll von Plastik: Von der Zahnbürste und Zahnpasta über den Rasierer bis hin zu Damenhygieneprodukten. So fällt jeden Tag wahnsinnig viel Plastikmüll in jedem Haushalt an. Für viele (wenn nicht alle) Produkte gibt es jedoch plastikfreie und/oder umweltfreundlichere Alternativen.

So kannst du deine Plastikzahnbürste beispielsweise gegen eine aus Bambus von Hydrophil austauschen und deine Zähne mit unverpackten Zahnputztabs putzen. Shampoo und Duschgel aus Flaschen lässt sich ganz einfach durch feste Shampoos und Seifenstücke ersetzen. Ich benutzte gerne die von Lush.

Auch Putzmittel kann man einfach selber machen und so nicht nur Plastikmüll vermeiden, sondern auch auf Chemiebomben verzichten. Sieh dir zum Beispiel hier meinen selbstgemachten Allzweckreiniger aus Orangenschalen an.

5 Mach’s dir selbst

Wasserflasche und Kaffeebecher von Klean Kanteen

Jeder kennt’s: Man ist unterwegs und plötzlich kommt der Hunger oder Durst. Also geht man zum nächsten Café und holt sich einen Kaffee to go, ein abgepacktes Sandwich und eine Flasche Wasser. Eine ganze Menge Plastikmüll, dafür dass man sich hätte denken können, dass man im Laufe des Tages Hunger und Durst bekommt. Dabei kann man einfach vorausplanen und sich selbst versorgen.

Wenn ich unterwegs bin, habe ich immer meine Wasserflasche von Klean Kanteen dabei. So muss ich keine Einweg-Flaschen kaufen und kann sie einfach mit Leitungswasser auffüllen.

Gleiches gilt für den Kaffee. Mach dir morgens einen Kaffee und nimm ihn in deinem Kaffeebecher mit. Ich verwende einen von Klean Kanteen, der meinen Kaffee nicht nur warmhält, sondern der auch zu 100% dicht ist! Sollte im Laufe des Tages noch einmal ein Koffeinschub nötig sein, kannst du dir deinen Kaffee to go auch im Café nebenan einfach in deinen eigenen Becher füllen lassen. In vielen Cafés gibt es sogar Rabatt, wenn man einen eigenen Becher mitbringt, so schont man nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel!

Und auch ein Sandwich kannst du ganz einfach vorher zubereiten und mitnehmen, z.B. in dieser Brotdose aus Metall. Selbst wenn du nichts Essbares dabei hast, kannst du einfach zum nächsten Bäcker gehen und dir dein Brötchen ohne die Tüte bestellen.

6 Strohhalm? Nein danke!

Plastikmüll vermeiden: Nein zu Strohhalmen

Strohhalme sind fast immer aus Plastik und landet statt in der Gelben Tonne leider häufig ins Meer oder an den Strand. Besonders für Meerestiere sind sie sehr gefährlich. Mittlerweile kennt vermutlich jeder das Video, in dem einer Schildkröte ein Strohhalm aus der Nase gezogen wird.
Dabei sind sie absolut unnötig für die meisten Getränke, ich kann genauso gut direkt aus dem Glas trinken.

Viele boykottieren Strohhalme bereits und die EU überlegt sogar, sie zu verbieten, aber noch landen sie täglich in den Weltmeeren.

Du sitzt also abends mit Freunden in einer Bar und weißt genau, dass die Cocktails mit Strohhalmen serviert werden? Gib bei der Bestellung einfach an, dass du deinen Cocktail gerne ohne Strohhalm hättest.

Disclaimer: Solltest du aus gesundheitlichen Gründen auf Strohhalme angewiesen sein, gibt es auch dafür tolle Alternativen aus Bambus oder Glas, die du einfach in deiner Handtasche mitnehmen kannst!

Habt ihr weitere Tipps für den Alltag um Plastikmüll zu vermeiden? Schreibt sie gerne in die Kommentare!

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